Die letzten Wahlen waren aus unserer Sicht für die Delegierten nicht immer klar nachvollziehbar. Häufig war unklar, wer in welchem Wahlgang überhaupt antritt, und einige Kandidat*innen nahmen schließlich an keinem Wahlgang teil. Zudem führen aufeinanderfolgende Einzelwahlen oft zu taktischem Wählen.
Die vorgeschlagene kumulierte Mehrpersonenwahl ist für uns die bessere Lösung:
- Kein Taktieren der Kandidierenden: Wer Lust hat, in der Bundesjugendleitung mitzuarbeiten, muss sich vorher nicht mehr überlegen, in welchem Wahlgang die Chancen am besten stehen oder gegen wen man strategisch antritt. Alle kandidieren einfach gleichzeitig. Das nimmt den Druck raus und senkt die Hürde für eine Kandidatur.
- Kein Taktieren von Wahlgang zu Wahlgang: Bei aufeinanderfolgenden Einzelwahlen kann es zu strategischen Überlegungen der Delegierten nach dem Motto kommen: „Wenn jetzt Person A nicht gewählt wird, kann Person B im nächsten Wahlgang antreten.“ Mit dem gemeinsamen Wahlgang fällt dieses taktische Rechnen von Runde zu Runde weg, und alle Delegierten geben in einem einzigen Schritt ein direktes Meinungsbild für das gesamte Team ab.
- Keine harten Kampfabstimmungen: Bei Einzelwahlen kommt es oft zu direkten Duellen vor der gesamten Versammlung. Das kann sich für die Beteiligten unschön anfühlen, wenn man vor über tausend Leuten öffentlich verliert. Mit dem neuen Modell rücken die vier Personen mit den meisten Stimmen als Team ins Gremium, ohne dass jemand anderes direkt besiegt werden muss.
- Mehr Wertschätzung durch Positiv-Stimmen: Bei diesem Wahlsystem gibt es keine Nein-Stimmen oder offene Ablehnungen auf dem Zettel. Man vergibt seine Stimmen nur an die Personen, die man unterstützen möchte. Jedes Kreuz ist also ein reiner Zuspruch für die Kandidierenden. Das sorgt für eine angenehmere Atmosphäre auf der Versammlung.
Die Wahl ist dabei mit modernen Online-Wahltools digital leicht und unkompliziert umzusetzen, da das System die Stimmenverteilung vollautomatisch erfasst. Dass dieses System hervorragend funktioniert, zeigen bewährte Praxisbeispiele: So sind die gehäufte Mehrpersonenwahl und das Kumulieren beispielsweise bei Kommunalwahlen in Deutschland sowie bei Universitätswahlen zur studentischen Gremienbesetzung völlig üblich.

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